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Exkursion des 6. Fachsemesters 2018

Nachdem sich das 6. Semester Agrarwirtschaft am Montag, den 23.04.2018, früh morgens mit dem Bus auf den Weg nach Dresden macht, ist der erste Zwischenstopp im thüringischen Schwabhausen. Dort besichtigen wir die Agrargenossenschaft Schwabhausen Agrar. Das landwirtschaftliche Unternehmen stellt zunächst seinen Ackerbauzweig mit 2500 ha und den beachtlichen Maschinenpark vor. Anschließend wird die noch aus DDR-Zeiten stammende Milchviehanlage mit 1100 laktierenden Kühen plus Nachzucht und die angeschlossene Schäferei mit 4000 Tieren besichtigt. Direkt im Anschluss steuert die Gruppe eines der Highlights der Exkursion an. Der Ziegenhof Peter bewirtschaftet ca. 300 ha Ackerfläche und melkt 100 Thüringer Waldziegen. Das Besondere an diesem Betrieb ist die eigene Weiterverarbeitung der Ziegenmilch und die angegliederte Direktvermarktung von Milch, Käse- und Joghurtprodukten. Dem Betriebsleiterehepaar merkt man die Leidenschaft an ihrem Beruf an; sie sind voll von Ideen und wir diskutieren angeregt mit ihnen. Der letzte Stopp an diesem Tag ist die Multi-Agrar Clausnitz GmbH. Dieser Betrieb entstand, ähnlich wie Schwabhausen, aus einer ehemaligen staatlichen LPG. Jedoch liegt hier der Betriebsschwerpunkt neben der Milchviehhaltung auch auf der Saatgutvermehrung verschiedener Weidelgrassorten.

Der zweite Tag der Exkursion beginnt mit einem frühen aber reichhaltigem Frühstück. Kurz darauf bricht die Gruppe zu dem in der Region Dresden gelegenen, ökologisch-wirtschaftenden Betrieb Vorwerk Podemus auf. Dort stellt uns der Betriebsleiter seine Betriebszweige (Milch, Fleischproduktion und -verarbeitung) vor. Darüber hinaus baut der Betrieb Getreide und Obst an. All diese Produkte werden in den zehn eigenen Biomärkten im Raum Dresden, kombiniert mit zugekauften Biowaren, verkauft. Nach einer anregenden Diskussion zwischen dem Betriebsleiter, uns Studierenden und den Professoren, ging es zur Agrargenossenschaft „Bergland“ Clausnitz e.G.. Dieser Betrieb ist ein großer Milchvieh-, Ackerbau- und Energiegewinnungsbetrieb, welcher einen sehr großen Fokus auf die Öffentlichkeitsarbeit legt. Darüber hinaus gibt es einen Hofladen, welcher größtenteils mit eigenen Produkten versorgt wird. Als abschließender Tagespunkt haben wir uns mit Deutscher Geschichte befasst. Das Stasi Gefängnis in Dresden ist für alle Exkursionsteilnehmer sehr beeindruckend, besonders mitreißend sind dabei die lebhaften Schilderungen von dem Zeitzeugen Michael Schlosser. Er versuchte mit einem Flugzeug aus der DDR zu fliehen, wurde jedoch verraten und nach seinem Aufenthalt im Stasigefängnis nach West-Deutschland verkauft.

„Ab in den Süden“ ist am dritten Morgen unser Motto, denn es geht aus Sachsen schnurstracks in die Nähe von Nürnberg zum Gemüsebetrieb Scherzer. Das Unternehmen baut Tomaten, Paprika, Auberginen, Peperoni und Snackgurken auf 17 ha Glasgewächsfläche an. Ihre Strategie, den Anbau möglichst natürlich und effizient mit Hilfe von Nützlingen zu gestalten, ist ein „natürliches Konzept“, aber mit viel Handarbeit verbunden, die von den zahlreichen Arbeitskräften verrichtet wird.

Danach geht es zum Saatzuchtunternehmen Breun. Dort bekommen die Studierenden einen Eindruck in die praktische Weizen- und Gerstenzucht. Den Abend lassen wir in den Räumen der Brauerei Riegele in Augsburg ausklingen. Dort gibt es nach einer kurzen Führung, eine Brotzeit und an die 30 Sorten Bier, die probiert werden können und auch den Geschmack jedes Teilnehmers treffen.

Das zweite große Highlight erwartet die Gruppe am vierten Tag der Exkursion. Der Landmaschinenhersteller Fendt öffnet seine Tore und gibt großzügige Einblicke in sein Traktorenwerk in Marktoberdorf. Besonders einprägsam ist für die Agrarstudenten die Teststrecke, welche jeder der Teilnehmer mit verschiedenen Traktormodellen befahren darf. Nach diesem ereignisreichen Tag geht es mit dem Bus nach Stuttgart. Den Abend lässt die Gruppe in Stuttgarts Innenstadt ausklingen.

Tag fünf beginnt mit dem ökologisch-wirtschaftenden Gemüsehof Hörz, welcher seine zahlreichen Gemüsesorten, aber auch Milch- und Fleischprodukte anderer Ökobetriebe, direkt vermarktet. Dabei betreibt das Betriebsleiterehepaar einen Hofladen, sowie einen Lieferservice mit Kisten, welche sich der Kunde zusammenstellen kann, oder sich je nach Jahreszeit überraschen lässt. Das letzte Ziel der Exkursion ist der Erzeugerschlachthof Schwäbisch Hall. Dieser stellt eine besondere Form der Vermarktung von Premium-Fleischprodukten der Region dar. Dabei erhalten die Landwirte einen Aufpreis beim Verkauf der Tiere an die Genossenschaft und erzielen mit der erfolgreichen Differenzierungsstrategie einen Wettbewerbsvorteil. Die Gruppe darf den Schlachthof bei laufendem Betrieb besichtigen und sich ein Bild von der Fleischverarbeitung machen.

Diese Eindrücke und alle anderen der Exkursion sorgen auf der Heimfahrt nach Bingen für viel Gesprächsstoff und alle sind sich einig, dass es eine sehr informative, erlebnisreiche und tolle Fahrt war. Viele interessante Charaktere, Ideen und Betriebe wurden auf dieser Fahrt kennengelernt.

Verfasst von Katharina Weber

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