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Exponat auf der MS Wissenschaft

Die MS Wissenschaft fährt 2016/17 auf den Flüssen in Deutschland. Ihre interaktive Ausstellung „Ozeane und Meere“ ist mit Exponaten von Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtun-gen bestückt. Die Technische Hochschule Bingen hat ein Exponat zum Klimawandel und Auswirkungen auf das Korallen¬sterben auf der MS Wissenschaft. Das Exponat simuliert drei verschiedenen Klimaszenarien und die Auswirkungen der drei Szenarien auf das Korallenwachstum. Man kann die Parameter Temperatur und pH-Wert mit dem Ziel der Findung des Wohlfühlbereiches der Korallen regulieren. Die Modellkoralle wird entsprechend dem Wohlfühlbereich eingefärbt (rot = sehr gute Bedingungen, weiß = sehr schlechte Bedingungen).

Die Ozeane sind von dem vom Menschen verursachten steigenden CO2-Gehalt in der Atmosphäre und der globalen Klimaerwärmung beeinflusst. Eine Versauerung des Wassers und der stetige Anstieg der durch¬schnittlichen Wassertemperatur sind die Folgen. Das beeinflusst die Meeresorganismen, wie z.B. die Korallenriffe, die sehr empfindlich auf alle Veränderungen des Lebensraums reagieren. Bereits bei einem Temperaturanstieg von ein bis drei Grad Celsius beginnt das schnelle Korallensterben.
 
Korallen sind Meeresorganismen, die in Symbiose mit Algen leben. Sie sind sehr empfindlich gegenüber Wassererwärmung und –versauerung. Sie beginnen bereits bei einem Temperaturanstieg von 1 bis 3°C Giftstoffe zu produzieren. Die Folge davon ist, dass die Korallen die Algen abstoßen. Das führt zum „Ausbleichen“ und Sterben der Korallen. Durch die intensive Industrialisierung wird viel CO2 in die Atmosphäre emittiert, was zu einer Erwärmung und Versauerung der Ozeane führt.
Die Folge ist die Korallen¬bleiche und das Absterben ganzer Korallenriffe. In den letzten 30 Jahren haben sich z.B. die Flächen der Korallen am Great Barrier Reef mehr als halbiert.
Mit dem Exponat können drei verschiedene Klimaszenarien simuliert werden:  Das Szenario 1 ist ein „erfolgreiches Klimaverhalten“, d.h. es erfolgt eine weitere Entwicklung und Verbreitung erneuerbarer Energien. Damit werden weniger fossile Energieträger (Kohle, Gas, Erdöl) verbrannt. Weniger CO2 wird emittiert. Da die Korallen keine großen Temperaturschwankungen und Versauerung akzeptie¬ren, wäre diese Veränderung gerade noch akzeptabel. Nur klimatisch ungünstig gelegene Korallen würden absterben, weil die Temperatur und der pH-Wert bei diesem Szenario nicht immer im opti¬malen Bereich liegen.
Das Szenario 2 ist „Weitermachen wie bisher“. Es wird künftig viel Treibhausgas emittiert, eine geringe Reduktion des CO2-Ausstoßes wird erwartet. Das ist nicht ausreichend für den Schutz der Korallen. Die Korallenriffe werden immer mehr an Fläche verlieren und ihr gesamtes Absterben ist wahr¬scheinlich. Für die Riffe wird es wegen der Temperaturerhöhung und Versauerung zunehmend schwieriger, sich von den Klimaeinflüssen zu erholen.
Das Szenario 3 ist der schlechteste Fall. Hierbei würde die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2100 auf 12 Milliarden wachsen, immer mehr Energie verbrauchen und unbegrenzt Treibhausgase emittieren. Die Folgen für das Klima und auch für die Ozeane wären fatal. Zu erwarten wäre eine Temperaturerhöhung von 4,8°C und eine deutliche pH-Wert-Erniedrigung. Dies hätte ein Massensterben der Korallen zur Folge. Eine Erholung der Korallenriffe wäre extrem unwahrscheinlich.
Das Exponat zum Korallensterben vor dem Hintergrund der verschiedenen Klimaszenarien soll die Besucher anregen, sich Gedanken zu machen, welchen persönlichen Beitrag sie leisten können, um die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren und dadurch die Lebensbedingungen für die Korallen nachhaltig zu verbessern. Dabei sind Aktivitäten, wie z.B. die Benutzung des Fahrrades, die Reduktion des Fleischkonsums und eine längere Nutzung von digitalen Geräten, denkbar. 



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