Klima Energie Technik Umweltschutz Klimaschutz Pflanzenbau | 2019 - 2022
Projektverantwortlich

Projektwissenschaftler, Projekttechniker

Projektpartner

  • Institut für geothermisches Ressourcenmanagement (igem), Dr. Klemens Seelos, Mainz (Untersuchung der Luftqualität, Feinstaubmessung)
  • Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Dr. Bernhard Fischer, Bonn (Klimaangepasstes Bauen)
  • Stadt Mainz, Joachim Kelker (Abteilung Umweltplanung im Grün- und Umweltamt)
  • Stadt Bingen, Jürgen Inboden (Garten- und Friedhofsamt)
  • ZinCo GmbH, Ralf Walker, Nürtingen (Dachgrün-Systemhersteller, Forschung und Entwicklung)
  • Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG), Dr. Gunter Mann, Berlin, Saarbrücken (Fachverband Bauwerksbegrünung)

Projektmittel

298.460 Euro

Kurzbeschreibung des Projekts

Das Ziel des Vorhabens ist es, ein neues, nachhaltiges Gebäudebegrünungssystem zu entwickeln. Das System stellt eine Maßnahme dar, um urbane Räume an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Dabei sollen Synergien mit dem Umwelt- und Klimaschutz genutzt werden.

Die Problemlage ist, dass der zurzeit beobachtete Klimawandel zu häufigeren Hitzewellen und Starkregenereignissen führt. Dachbegrünung wird oft pauschal als Klimaanpassungsmaßnahme vorgeschlagen. Die am meisten verwendete extensive Begrünung, die sich weitgehend selbst entwickelt und wenig Wasser benötigt, ist jedoch für die Klimaabkühlung und CO2-Sequestrierung nicht sehr effizient. Intensive Dachbegrünungen, die einen dickeren Boden, mehr Wasser und mehr Nährstoffe brauchen, sind deutlich effizienter. Sie weisen jedoch oft einen hohen Ressourcen- und Energieverbrauch auf. Deshalb ist das Ziel des Projektes, ein klima- und umweltfreundliches System der semi-intensiven Dachbegrünung zu entwickeln. Dieses soll ohne fossile Energiequellen und ohne Verbrauch von Trinkwasser automatisch funktionieren sowie mit geringem technischem und finanziellem Aufwand umgesetzt werden. Mithilfe von quantitativen Messungen können Empfehlungen erarbeitet werden, um ein semi-intensives Gebäudegrün mit einem höchstmöglichen Potenzial für Klimaanpassung und Umweltschutz umzusetzen.

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Beim Projekt werden extensive Dachgrünflächen in Mainz und Bingen nachgerüstet und im Hinblick auf ihre Klima- und Umwelteffizienz optimiert. Dies geschieht über ein autarkes Regenwasser-Bewässerungssystem mit Solarmodul. Dabei messen Wetterstationen den für die Klimaanpassung wichtigen Abkühlungseffekte und Gashauben erfassen die Treibhausgasemissionen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden den Wasserbedarf und das Wasserspeichervermögen ermitteln, die Auswirkungen auf Heiz- und Kühlbedarfe von Gebäuden modellieren und das Feinstaub-Bindevermögen des Dachgrüns mikroskopisch analysieren. Darüber hinaus ist geplant, die Pflanzen und die Pflege des Dachgrüns im Hinblick auf Klima- und Umweltschutz zu optimieren und die Bedeutung für die Biodiversität am Beispiel der Insektenfauna zu untersuchen. In einem Leitfaden halten die Beteiligten fest, wie das System technisch umgesetzt wird. Zudem prüfen sie, ob sich das Projekt in Bewertungssysteme (Bewertungssystem für nachhaltiges Bauen, Musterbauordnung, Gründachsatzungen, Luftreinhaltepläne) implementieren lässt.

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