Zum Inhalt springen
Pressemitteilung |

Studienprogramm für Flüchtlinge an der TH Bingen

Die Technische Hochschule Bingen (TH Bingen) erweitert ihr Angebot für Flüchtlinge. Im August fand eine erste arabisch-englische Infoveranstaltung an der TH Bingen statt. Zu Gast waren 40 studieninteressierte Flüchtlinge sowie Betreuer und Migrationsbeauftragte. Die Veranstaltung war der Auftakt des „Integra“-Programms an der TH Bingen, das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Bei der Infoveranstaltung erhielten die Interessenten eine Einführung in die Hochschule und ihre Studiengänge. Anschließend besichtigten sie die TH Bingen und ihre wissenschaftlichen Einrichtungen. Dazu gehörten zum Beispiel das Fahrzeuglaber, die Robotik, Labore der Biotechnologie und der Bodenkunde. Flüchtlinge können sich für das Integra-Programm noch bis 15. September 2016 bewerben, das Programm startet am 17. Oktober.

Auch der 24-jährige Syrer Ahmad Ayham Nasri nahm an der ersten Informationsveranstaltung teil. Auf die Frage, warum er dabei ist, antwortet er: „Das Integra Projekt ist die beste und schnellste Möglichkeit, um einen bedeutenden Schritt auf dem Weg meiner Träume zu machen: Die deutsche Sprache zu lernen und an einer deutschen Hochschule zu studieren. Das ist der Grund, weshalb ich nach Bingen an die Technische Hochschule kam.“ Sein Studium in Damaskus musste er wegen des Krieges abbrechen und flüchtete über Ägypten nach Deutschland. Seine einzige Chance, wir er sagt: „Ich borgte Geld von meiner Familie und riskierte mein Leben, um meinen Traum vom Studieren wahr zu machen und den Wunsch meiner Mutter zu erfüllen. Es ergab keinen Sinn für mich, den Rest meines Lebens als Arbeiter zu verbringen – ich liebe die Wissenschaft“.

Die individuellen Biographien und Erfahrungen müssen berücksichtig werden, weiß der Präsident der Technischen Hochschule Bingen, Prof. Dr. Klaus Becker: „Die Flüchtlinge kommen aus unterschiedlichen Ländern und bringen ganz verschiedene Kompetenzen und Vorkenntnisse mit. Zunächst ermitteln wir deshalb, welche sprachlichen und fachlichen Studienvoraussetzungen sie mitbringen. Dann können wir sie individuell beraten und auf ein Studium mit den geeigneten Hilfestellungen vorbereiten. Unser Ziel ist es natürlich, ihnen ein reguläres Studium zu ermöglichen und sie zu einem erfolgreichen Studienabschluss an der Technischen Hochschule Bingen zu führen.“ Auswählen können die Flüchtlinge wie alle Studieninteressierte aus rund 30 Studiengängen der Ingenieurswissenschaften, Informations- und Kommunikationstechnik sowie den Lebenswissenschaften.

Das bundesweite Programm Integra hat zum Ziel, Hochschulen bei der Integration von studierfähigen Flüchtlingen zu unterstützen. Bis diese tatsächlich beginnen können, dauert es in der Regel ein Jahr, um sie auf ein reguläres Studium vorzubereiten. In dieser Zeit durchlaufen sie akademische Deutsch-Sprachkurse sowie fachspezifische Praktika und Laborkurse. Außerdem bietet die TH Bingen Orientierungskurse zum Studium an, in denen Lernmethoden oder wissenschaftliches Arbeiten vermittelt werden. Die Hochschule begleitet das Programm zusätzlich mit sozialen Integrationsmaßnahmen: Studierende unterstützen als so genannte Buddys die Bewerber. Und so hat auch Ahmad Ayham Nasri die Möglichkeit, seinen Weg in Deutschland zu gehen. Mit der Unterstützung aus Deutschland und seiner Familie, die nach wie vor in Syrien lebt.

Alle Informationen und Bedingungen unter:
www.th-bingen.de/studium/study-at-bingen/internationale-studienbewerber/integra/ 
Ansprechpartnerin ist Margarete Schmidt vom Akademischen Auslandsamt der Hochschule (integra[at]th-bingen.de).  

Foto: Studieninteressierte Flüchtlinge im Fahrzeuglabor der TH Bingen (©TH Bingen).



Zurück zur Übersicht

g id="TH-Bingen_Icon_arrow_02">