Pressemitteilung |

Digital für Ernte und Umwelt

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing sprachen auf dem Agrartag der Technischen Hochschule Bingen. Schwerpunkt war die Digitalisierung in der Landwirtschaft.    

Auf dem Agrartag der Technischen Hochschule (TH) Bingen am 26. Oktober waren sich die Expertinnen und Experten einig: Die Digitalisierung bietet enorm viel Potenzial für die Landwirtschaft. Der Agrartag diente dazu, dass sich Fachleute aus Agrarwirtschaft, Technik und Politik über die Digitalisierung in der Landwirtschaft austauschen können. Prof. Klaus Becker, Präsident der TH Bingen und Dekan Prof. Clemens Wollny begrüßten die Besucherinnen und Besucher gemeinsam mit Peter Jung vom Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. (VDL). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigten sich in den Vorträgen mit technischen Lösungen, Zukunftsperspektiven, dem Umweltschutz und dem Klimawandel.  

Die moderne akademische Ausbildung
Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, besuchte den Agrartag in Bingen und betonte: „Gerade in der Landwirtschaft bietet uns die Digitalisierung Lösungsansätze für die großen Herausforderungen unserer Zeit. Lebensmittel und nachhaltige Rohstoffe können dank technischem Fortschritt im digitalen Zeitalter nachhaltiger und transparenter erzeugt werden. Beispielsweise mit intelligenten Verpackungen, die genau anzeigen, ob das Lebensmittel darin noch genießbar ist.“

Die Technische Hochschule Bingen bietet in Rheinland-Pfalz als einzige Hochschule Agrarwirtschaft als Studienfach an. Digitale Techniken werden bereits eingesetzt, um Lebensmittel effizienter und ökologischer zu erzeugen. Das schlägt sich natürlich auch in der Lehre nieder, denn die Agraringenieure von morgen müssen sich schon in ihrer Ausbildung mit Automatisierung, Datenverarbeitung oder Robotik auseinandersetzen. Bundesministerin Klöckner sagte: „Die sogenannten Grünen Berufe – und das sind neben Landwirten auch Gärtner oder Tierwirte – werden wieder attraktiver für junge Menschen – das sichert die nächste Generation, schafft Perspektiven. Und letztlich bietet der Fortschritt die Chance, schonender und effizienter mit begrenzten Ressourcen wie Wasser und Boden umzugehen. Mein Ministerium unterstützt die Digitalisierung und investiert 70 Millionen Euro unter anderem darin, dass beispielsweise durch sogenannte Experimentierfelder theoretische Ansätze auf den Acker oder in den Stall kommen.“
Zur Ausbildung der zukünftigen Agraringenieurinnen und -ingenieure gehört an der TH Bingen auch der derzeitige Lehrbauernhof St. Wendelinhof. Dieser soll nach Wunsch der TH durch einen neuen, „digitalen Referenzhof“ in Campus-Nähe ersetzt werden. Unter dem Stichwort „Smart Farming“ sollen sie dort auf die Arbeitswelt der Zukunft vorbereitet werden.

Digitalisierung hilft der Umwelt und dem Hof
Der rheinland-pfälzische Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Dr. Volker Wissing, sprach auf dem Agrartag über digitalisierte Verfahren in der rheinland-pfälzischen Landwirtschaft. „Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt die Digitalisierung der Landwirtschaft nicht nur durch Förderprogramme, sondern auch durch die Demokratisierung von Daten. Wir folgen dem Open-Source-Gedanken und stellen unseren Landwirten und Landwirtinnen nach Möglichkeit wichtige Daten kostenfrei zur Verfügung, wie etwa die Geobasisdaten. Derzeit bauen wir ein digitales Agrarportal auf, um unseren Betrieben relevante Daten und Informationen benutzerfreundlich anzubieten“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Volker Wissing.  

Auf dem Agrartag wurde deutlich, dass die Digitalisierung nicht nur dem Ziel dient, die Erträge zu steigern. Sie hat großes Potenzial, die Landwirtschaft umweltfreundlicher zu gestalten und dem Tierwohl beizutragen. Die Technische Hochschule Bingen war schon vor über 40 Jahren Vorreiter im Studiengang Umweltschutz. Landwirtschaft und Umwelt zusammen zu bringen, diesem Ziel fühlt sich die TH Bingen deshalb besonders verpflichtet. Das spiegelt sich auch in dem Master-Studiengang Landwirtschaft und Umwelt der Hochschule wider. Der Präsident der TH Bingen, Prof. Klaus Becker sagte: „Wir haben kürzlich im Studiengang Agrarwirtschaft eine Professur für ökologischen Landbau geschaffen. Der nächste Schritt wäre nun ein Lehrstuhl zur Digitalisierung in der Landwirtschaft. Diesen Bereich noch weiter auszubauen, würde den Studiengang vervollständigen und unsere Studierenden für den Arbeitsmarkt hervorragend aufstellen. Denn sie sind es, die die Zukunft der Landwirtschaft in unserer Region mitgestalten.“

Agrartag
Ökologische Intensivierung mit Hilfe der Digitalisierung
26. Oktober 2018 | 9:00 bis 15:40 Uhr | TH Bingen, Campus Bingen-Büdesheim

Weitere Informationen zur Veranstaltung:
www.th-bingen.de/agrartag



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