Pressemitteilung |

Kommunen machen sich stark für Klima- und Artenschutz

Übergabe der Biodiversitätsleitfäden (von links): Klimawandelmanagerin Antonia Müller-Ruff, Bürgermeister Reinhard Horsch aus Bennhausen, Bürgermeister Ernst-Ludwig Huy aus Dannenfels, Umweltministerin Ulrike Höfken und Student Phillipp Schorn. Foto: Sasan Amir.


Großes Interesse fand die Präsentation der Leitfäden für den Klima- und Artenschutz im voll besetzten Dorfgemeinschaftshaus in Bennhausen im Donnersbergkreis. Studentinnen und Studenten der Technischen Hochschule (TH) Bingen, betreut von Prof. Dr. Elke Hietel, hatten unter Anleitung der Klimawandelmanagerin des Bezirksverbands Pfalz, Antonia Müller-Ruff, im Rahmen des Projekts ZENAPA (Zero Emission Nature Protection Areas)  zwei individuell auf die Gegebenheiten von Bennhausen und Dannenfels abgestimmte Leitfäden erarbeitet, die den Klima- und Artenschutz bei den dortigen Grünflächen fördern sollen. Beide Gemeinden wurden ausgewählt, da sie sich bereits im Klimaschutz engagieren und Teil des Projekts „Klikk aktiv“ der Energieagentur Rheinland-Pfalz sind, das ehrenamtliche Klimaschutzpaten in kleinen Kommunen unterstützt. Wie wichtig Regionalität dabei ist, brachte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken zum Ausdruck: „Das Artensterben ist direkt vor unserer Haustür im Gange. Daher müssen wir auch direkt vor unserer Haustür handeln, um die Artenvielfalt zu schützen. Diese Herausforderung können wir nicht allein mit Beschlüssen auf Konferenzen lösen – wir brauchen Menschen wie Sie, die dies hier in die Tat umsetzen.“ Bürgermeister Reinhard Horsch erinnerte an das bekannte afrikanische Sprichwort „Wenn viele kleine Leute, viele kleine Schritte tun, verändert es die Welt!“

An diesem Abend, moderiert von der Studentin Sarah Schlender, stellten die Studentinnen und Studenten auf die Orte abgestimmte Pflanzenlisten vor und gaben fachkundige Pflegehinweise und Gestaltungstipps für einen optimalen naturnahen Garten. Es kam auch zur Sprache, wie beispielsweise ein optimales Insektenhotel aussehen und was man beim Mähen im Garten beachten sollte. „Etwas Besonderes ist die Abstimmung auf einen Ort und dessen Gegebenheiten“, betone Antonia Müller-Ruff und erläuterte, dass die Leitfäden auf besonders geschützte Pflanzen hinwiesen, deren Vorkommen zwar noch sporadisch vor Ort vorhanden wären, die aber dringend Unterstützung brauchten. Und Phillipp Schorn von der TH Bingen führte aus, dass in Bennhausen beispielsweise der Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus), die Orchidee mit den größten Blüten Europas, und in Dannenfels der Zweiblättrige Blaustern (Scilla bifolia), der so selten sei, dass man ihn nicht pflücken dürfe, wieder eine Heimat in den Gärten finden könnten.

Was die Kommunen mit ihren „Eh-da-Flächen“, jene ohne erkennbaren Nutzen in den Ortschaften, wie etwa Fahrbahnbegleitgrün, Sinnvolles tun könnten, stellten die Studenten ebenfalls vor. So wählten sie unter anderem neue Pflanzen aus und gaben Hinweise zur Pflege. Besonderen Anklang dürften dabei die für die Region typischen Streuobstwiesen mit den empfohlenen durchaus schmackhaften Apfel- und Birnensorten finden. Eine spannende Diskussion entfachte sich beim Vergleich von naturnahem und Stein- beziehungsweise Schottergarten. So räumten die Experten mit den Vorurteilen auf, dass Steingärten pflegeleicht oder kostengünstig seien. Im direkten Vergleich der Neuanlage von zwei 500 Quadratmeter großen Gärten beliefen sich die Kosten für den naturnahen Garten auf lediglich ein Drittel der Kosten, wie Dana Wendel von der TH Bingen vortrug.

Quelle: Bezirksverband Pfalz


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