TH Bingen unterstützt RWE Power beim Artenschutz

Die Technische Hochschule (TH) Bingen hat mit RWE Power eine Zusammenarbeit in der Forschung vereinbart. Wie kann RWE Power für noch mehr Artenvielfalt in der Rekultivierung sorgen? Eignen sich die neu angelegten Wälder für das ganze Artenspektrum, wie es auch in potenziell naturnahen Wäldern vorkommt? Wie werden neue Äcker und Felder am schnellsten zur Heimat für möglichst viele Tierarten des Offenlands? Diese Fragen untersuchen jetzt Forschende der TH Bingen unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Rademacher, Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer der TH Bingen. Michael Eyll-Vetter, Spartenleiter bei RWE Power und Prof. Rademacher unterzeichneten die Kooperation diese Woche in der Forschungsstelle Rekultivierung auf Schloss Paffendorf.

 

Bestandsdichte liefert Hinweise auf Lebensraumqualität

Ganz konkret schreiben dieses Jahr mindestens vier Studierende ihre Bachelor- und Master-Arbeiten über Themen aus der Rekultivierung. Sie untersuchen zum Beispiel die Wildbienen- und Greifvogel-Vorkommen am Tagebau Garzweiler und die der Amphibien auf der Sophienhöhe. Aus der Bestandsdichte etwa des Springfroschs können sie ableiten, ob der neue Lebensraum für sie passt und was noch verbessert werden müsste.

 

„So bekommen die Fachleute von RWE wissenschaftlich fundierte Unterstützung bei der Erreichung ihrer Biodiversitäts-Ziele”, berichtet Professor Rademacher. Er sagt: „Die jungen Leute freuen sich über die Projekte in der Rekultivierung, weil sie sehr anwendungsbezogen sind, also direkt in die praktische Umsetzung einfließen.” RWE Power stellt der TH Bingen ein Budget bereit, mit dem Studierenden ihre Kosten für Anreise und Übernachtung im Revier decken können.

 

TH Bingen verknüpft Forschung und Anwendung

Die TH Bingen gilt als Vorreiterin in der akademischen Ausbildung von Umweltingenieurinnen und -ingenieuren in Deutschland. Die Hochschule hat mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Lehre von Umweltschutz und Biodiversität. Sie hat damals als erste Hochschule in Deutschland den grundständigen Studiengang Umweltschutz eingeführt. „Unsere interdisziplinären Studiengänge verknüpfen Forschung und Anwendung eng miteinander”, sagt Professor Rademacher, der selbst im Studiengang Umweltschutz lehrt. Er ist unter anderem mit seiner langjährigen internationalen Erfahrung bei der HeidelbergCement AG Experte für Ökologie und Biodiversität in Rekultivierungslandschaften.

 

Artenvielfalt ist verbindliches Ziel

2015 hat RWE eine Biodiversitäts-Richtlinie verabschiedet. Sie legt fest, wie der Konzern den Schutz und die Förderung von Biodiversität im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit gestaltet. Auf dieser Grundlage hat RWE Power 2018 eine Biodiversitätsstrategie für das Rheinische Braunkohlenrevier eingeführt. Mit zehn klar formulierten Leitzielen soll sie für noch mehr Artenvielfalt in der Rekultivierung und auf angrenzenden Artenschutzflächen sorgen – damit seltene Tiere dort auf Dauer gut leben und sich vermehren können.

 

Das Ziel „Artenvielfalt“ ist für alle Mitarbeiter verbindlich, die an Planung, Gestaltung und Pflege der Bergbaufolgelandschaft und anderer Artenschutzflächen beteiligt sind. „Unsere Biodiversitäts-Strategie hat dieselben Merkmale wie jede andere Unternehmens-Strategie: Sie formuliert Ziele, setzt Prioritäten, stellt Kennwerte auf und legt Rückkopplungs-Mechanismen fest“, erklärt Michael Eyll-Vetter von RWE Power. „Die Rekultivierung wird auf diese Weise immer besser – im Interesse des Artenschutzes und im Interesse der Menschen in der Region.“

 

Rekultivierer setzen Hinweise um

Schon bisher war die Erfolgskontrolle in der Rekultivierung wichtig. Dafür sorgten nicht nur die RWE-Fachleute selbst, sondern auch Experten aus Behörden, ehrenamtlichem Naturschutz und Wissenschaft. Die Zusammenarbeit mit der TH Bingen fokussiert auf die immer wichtiger werdende Artenvielfalt. „Schlüsseltierarten beobachten, zählen, kartieren – das ist die Grundlage der Erfolgskontrolle”, sagt Gregor Eßer, Leiter der Forschungsstelle Rekultivierung von RWE Power. „Aus diesen Daten ziehen die Wissenschaftler dann ihre Rückschlüsse auf die Lebensgemeinschaften in den untersuchten Bereichen und auf ihren Wert für die Artenvielfalt. Daraus ergeben sich dann Hinweise auf Verbesserungen, die wird dann bei unserer Arbeit für die Rekultivierung umsetzen können.”


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