Science Lounge: Viele Fragen zum Auto der Zukunft

Beim neuen Wissensformat der Technischen Hochschule Bingen diskutierten Bürger und Experten zum autonomen Fahren.

Voller Saal und viele Fragen: Am Montag, dem 11. Juni 2018, kamen die Binger in die Palais Bar, um ihre Fragen zum autonomen Fahren zu stellen. Die Technische Hochschule (TH) Bingen hatte zur ersten „Science Lounge“, einem neuen Wissensformat, geladen und angesichts des übervollen Saals offensichtlich ins Schwarze getroffen. „Mit der ‚Science Lounge‘ gehen wir ganz bewusst in die Innenstadt, um die Hochschule und die Binger zusammen zu bringen“, so der Präsident der TH, Professor Klaus Becker. „Wir wollen ein regelmäßiges Forum bieten, um Themen der Technik und der Digitalisierung gemeinsam mit den Bürgern zu diskutieren. Die großartige Resonanz bestätigt uns darin, dass hier ein echter Bedarf und eine große Nachfrage besteht.“

„Das Format ist eine innovative Idee und ein Ort, an dem Menschen ganz sachlich, abseits von Facebook, diskutieren können“, lobte Professor Salvatore Barbaro, Staatssekretär im Wissenschaftsministerium, bei der Eröffnung. Er hoffe, dass noch viele weitere Veranstaltungen folgen werden. Auch Oberbürgermeister Thomas Feser begrüßte das Format als ziel- und zukunftsorientiertes Diskussionsforum. Die TH Bingen versprach, den Dialog regelmäßig mit wechselnden Themen fortzusetzen.

Bei der Diskussionsrunde, die von Michael Lang (Allgemeine Zeitung) moderiert wurde, kamen Professor Jens Passek von der TH Bingen und Dr. Benedikt Lattke von Continental bei den Fragen kaum hinterher. Schnell war klar: Das Thema autonomes Fahren beschäftigt die Bürgerinnen und Bürger. Wie kann das autonome Fahren für den realen Straßenverkehr getestet werden? Was passiert, wenn bei einem Schneesturm Sensoren ausfallen? Und wie wird sich die Infrastruktur durch die selbstfahrenden Fahrzeuge ändern? Das waren einige der Fragen, die den Interessierten auf der Seele brannten. Dass das Thema nicht nur technische, sondern auch ethische Diskussionspunkte aufwirft, griff Professor Passek bereits in seinem Impulsvortrag auf. „Dürfen Autos töten?“, fragte er angesichts möglicher Dilemmata, wenn die Technik den Menschen die Verantwortung abnimmt.

Dr. Lattke, der mit einem Modellfahrzeug am Palais vorfuhr, präsentierte drei selbstfahrende Prototypen. Er betonte, dass die Industrie viele Fachleute brauche, um autonome Fahrzeuge zu entwickeln. Solche Fachleute bildet auch die TH Bingen für diesen Bereich aus. Gefragt sind hier die Fächer Maschinenbau, Elektrotechnik oder Informatik. Ganz neu hat die Hochschule ab dem Wintersemester den Bachelor Smart Systems Engineering im Angebot. Darin werden Spezialistinnen und Spezialisten an den Schnittstellen von Informatik und Elektrotechnik ausgebildet.


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