„Mein Motto: Die Karriere nicht planen, sondern einen guten Job machen. Chancen ergeben sich dann automatisch.“

- Mark Fellmann


Mark Fellmann – Schritt für Schritt die Karriereleiter hinauf

Chef von 220 Mitarbeitern

In 11 Jahren vom Absolvent der TH Bingen zum Chef von 220 Mitarbeitern. Mark Fellmann ist Schritt für Schritt die Karriereleiter hinaufgeklettert und heute Vorsitzender der Geschäftsleitung der Hug Engineering AG im Schweizer Elsau. Die Tochtergesellschaft der deutschen ElringKlinger AG ist einer der führenden Hersteller von Abgasreinigungssystemen für Diesel- und Gasmotoren. Mark Fellmanns Motto war es dabei stets, den gesunden Menschenverstand einzusetzen und einen guten Job zu machen – ohne die Karriere zu planen. Dabei sah es zu Beginn seiner Laufbahn noch nicht nach großer Karriere aus. Der gebürtige Limburger war ein mäßiger Schüler, machte „ein grottenschlechtes Abitur“ und entschied sich zunächst für eine Ausbildung als Kfz-Mechaniker. Als Basis und Orientierungsphase sei das gut gewesen, erzählt der 42-Jährige. „Wie viele Männer hatte ich ein Faible für Autos und Schrauben“, doch er merkte auch, dass ihm die Ausbildung nicht genug in die Tiefe ging. Daher wagte Mark Fellmann nach verkürzter zweijähriger Ausbildung den Schritt an die Technische Hochschule Bingen.

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Quelle: Mark Fellmann
Praxisnahes Studium und echte Freundschaften

Im Oktober 1997 startete Mark Fellmann sein Maschinenbau Studium an Technischen Hochschule. Die TH wurde ihm zuvor von einem ehemaligen Mitschüler empfohlen. Eine kleine überschaubare Hochschule „mit persönlicher Note“, suchte er. Außerdem überzeugte den Autoliebhaber der gute Ruf im Bereich Automotive. Auch wenn er seinen Schwerpunkt später in den Bereich Werkstoffkunde verlagerte, ist er heute noch begeistert von dem Praxisbezug der TH Bingen: „Einmal pro Woche kam ein Referent aus der Industrie, aus den umliegenden Unternehmen und hat ein Referat gehalten. Die Anwendungen zu sehen, von dem was man theoretisch lernt, war absolut spannend.“ Auch die Leitung des Werkstofflabors ist ihm bis heute in Erinnerung geblieben: „Das war toll. Man kann Dinge mitgestalten an der FH Bingen. Das finde ich einen schönen Ansatz“. Geblieben sind Mark Fellmann auch die Kontakte zu ehemaligen Kommilitonen. Mit zwei Studienfreunden hat er regelmäßigen Kontakt. Die Freundschaft ist so eng, dass einer sogar der Patenonkel von Fellmanns 3-jährigem Sohn ist.

 

"Die Anwendungen zu sehen, von dem was man theoretisch lernt, war absolut spannend."

Treue zahlt sich aus

Nach seinem Abschluss im Mai 2001 stieg Mark Fellmann als Vertriebsingenieur bei der ElringKlinger AG ein. Damals hatte das Unternehmen 3000 Mitarbeiter, im Vergleich zu den Big Playern der Industriebranche ist das klein. „Ich würde es jederzeit wieder machen. Ich hatte damals die Möglichkeit zu Schott, Bosch oder ElringKlinger zu gehen. Für mich wäre ein Konzern wie Bosch nichts gewesen. Das wäre mir zu streng geregelt und strukturiert, da kann man nicht mitgestalten. ElringKlinger hatte nur 3000 Mitarbeiter. Das ist eine Unternehmensgröße da kann man mitentscheiden und gehört verhältnismäßig schnell zum oberen Führungskreis.“ Nach vier Jahren stieg der Ingenieur innerhalb der ElringKlinger AG im Bereich Vertrieb auf. Während andere nach spätestens fünf Jahren Unternehmenszugehörigkeit wechseln, blieb Fellmann der Firma treu. „Was gibt es für einen Grund zu wechseln? Mir hat es einfach gut gefallen. Wenn man sich ein Netzwerk aufgebaut hat und man weiß wie ein Unternehmen tickt, dann ist das eine sehr komfortable Ausgangssituation.“ Besonders wichtig, ist Fellmann die Wertschätzung, die er bei ElringKlinger erfährt. Man könne hier Dinge bewegen und aktiv mitgestalten. Solange es im Unternehmen sinnvolle Herausforderungen für ihn gab, war für ihn klar, dass er bleibt. Diese Loyalität wurde belohnt. 2012 wurde Fellmann die Leitung des ehemaligen Familienunternehmens Hug Engineering, einer Tochtergesellschaft der ElringKlinger AG, übertragen. Ein großer Schritt für den Familienvater, denn mit der Beförderung war ein Umzug aus dem Rhein-Main-Gebiet in die Schweiz verbunden. „Andere interessante Stellen wären auch mit einem Umzug verbunden gewesen. Da dachte ich mir, wenn du den Schritt gehst und eine Wochenendbeziehung führen musst, dann lieber im Konzern. Da weißt du schon wie der Hase läuft.“

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Quelle: Mark Fellmann

"Auch wenn man es nicht immer alles im Detail versteht. Der technische Hintergrund ist schon wichtig.“

Mit Gelassenheit die Karriereleiter hinauf

„Ich habe meine Karriere nie geplant, sondern habe das gemacht was ich im jeweiligen Moment für richtig hielt“, antwortet Mark Fellmann auf die Frage nach seinem Erfolgsrezept. Und manchmal muss man auch Risiken eingehen. Der Ingenieur merkte 2010, dass er eine neue berufliche Herausforderung braucht. Vertrieb war nicht länger das, was ihn ausfüllte, obwohl er darin außerordentlich erfolgreich war. Deshalb entschied er sich zu einer Umorientierung hin zur Prozess- und Technologieberatung. „Ich ging dann eine Ebene zurück. Nicht weil ich karriereorientiert bin, sondern weil ich das wollte. So ticke ich und so hat das für mich immer gut funktioniert.“ Der Rückschritt barg für den Ingenieur ein Risiko, aber die Entscheidung hat sich gelohnt. Nur so habe sich ihm der Weg zur Geschäftsführung von Hug Engineering eröffnet. „Es gibt Leute die haben die fixe Vorstellung sie wollen irgendwann Geschäftsführer sein. Wenn ich das mit der Brechstange durchsetzen will, dann ist man schnell enttäuscht wenn es nicht sofort funktioniert. Wenn man einen guten Job macht und nicht fünf Schritte vorausplant, dann passiert das entspannter“, beschreibt Mark Fellmann seine Herangehensweise. Natürlich brauche es aber auch ein bisschen Glück. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, spiele eine Rolle, aber auch „ein Netzwerk im Unternehmen zu haben. Und gefördert zu werden.“ Ganz ohne die richtigen persönlichen Voraussetzungen geht es dann aber doch nicht. Gesunder Menschenverstand sei wichtig, aber auch Zielorientierung und Sachlichkeit. Ein technisches Studium wie es ihm die TH Bingen vermittelt hat, hat ebenso Vorteile auf dem Weg nach oben. „Wenn man von seinen Entwicklungsabteilungen Vorschläge bekommt, kann man das als Ingenieur besser beurteilen als ein BWLer. Auch wenn man es nicht immer alles im Detail versteht. Der technische Hintergrund ist schon wichtig.“

Sein Motto, die Karriere nicht zu planen sondern einfach einen guten Job zu tun und Chancen zu nutzen, möchte er daher auch Studierenden an die Hand geben. „Udo Lindenberg würde sagen: Mach dein Ding!“


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