FLORA: Wenn Wissen Wurzeln schlägt
Insgesamt 27.414 Besucher*innen, 9.400 digital gepflanzte Pflanzen und 1.004 persönliche Herbarien: Die Ausstellung „FLORA – Wenn aus Wurzeln Wunder wachsen“ hat die Erwartungen übertroffen. Das interdisziplinäre Forschungs-, Lehr- und Transferprojekt der Hochschule Mainz entstand mit Unterstützung des Verbundprojekts EMPOWER und in Kooperation mit der Technischen Hochschule Bingen, dem Gutenberg-Museum und dem Naturhistorischen Museum Mainz.
Von Mai bis August 2026 lud FLORA an zwei prominenten Mainzer Kulturstandorten dazu ein, Pflanzen mit allen Sinnen neu zu entdecken. Hinzu kamen 75 Veranstaltungen – von Workshops und Führungen über Kinder- und Jugendprogramme bis hin zu Aktionen rund um den Digitaltag.
Vom historischen Kräuterbuch zum interdisziplinären Forschungsprojekt
Ausgehend von dem historischen Kräuter- und Pflanzenkundebuch „Gart der Gesundheit“ aus dem Jahr 1485 entwickelte die Hochschule Mainz ein vielschichtiges Forschungs-, Lehr- und Transferprojekt. Unter der Leitung von Prof. Anja Stöffler waren mehr als 80 Studierende des Fachbereichs Gestaltung mit unterschiedlichen Kompetenzen und Beiträgen beteiligt. Gemeinsam mit Expert*innen aus Wissenschaft, Gestaltung, Technologie, Kultur und Vermittlung entstanden neue Wissensmedien, Installationen und Erzählformate.
Impressionen
Wissenschaft wird erlebbar
Wissenschaftliche Erkenntnisse sollten so vermittelt werden, dass sie unterschiedliche Generationen erreichen und zum eigenen Entdecken anregen. Die Ausstellung verband historische Quellen mit aktuellen wissenschaftlichen Fragestellungen.
Das Verbundprojekt EMPOWER war an diesem Transfer maßgeblich beteiligt. Über den Megatrend Sustainability, der bei der Technischen Hochschule Bingen verortet ist, unterstützte EMPOWER im Teilprojekt „Konzeption und Produktion explorativer Wissensmedien zu Nachhaltigkeitsthemen“ die Umsetzung mehrerer Ausstellungselemente. Dazu gehörten die Heilpflanzenbeete vor den Museen sowie die Installationen „Digitales Hochbeet“ und „Herbfluencer*innen“. Auf diese Weise wurden Fragen rund um Nachhaltigkeit, Artenvielfalt und unsere Beziehung zur pflanzlichen Umwelt nicht nur erklärt, sondern unmittelbar erfahrbar.
Besonders deutlich wurde die Verbindung von Technologie, Wissen und Partizipation bei der KI-Installation FloraForge: Die Besuchenden konnten eigene Pflanzen generieren und damit einen gemeinschaftlichen digitalen Garten gestalten. Insgesamt entstanden auf diese Weise 9.400 individuell generierte Pflanzen.
Auch die realen Pflanzenbeete vor den Museen entwickelten sich zu einem nachhaltigen Bestandteil des Projekts: Mehr als 60 Pflanzen mit Bezug zum „Gart der Gesundheit“ machten Biodiversität mitten im Mainzer Stadtraum sichtbar. Über augmentierte Pflanzenporträts konnte man zusätzliche Informationen abrufen und digitale Zwillinge der Pflanzen entdecken. 1.004 digitale Herbarien wurden während der Ausstellung angelegt.
FLORA wächst weiter
FLORA soll auch über die Ausstellung hinaus weiterwirken. Derzeit wird geprüft, ob und in welcher Form das Projekt weiterentwickelt und womöglich in neuen Formaten präsentiert werden kann. Die Pflanzbeete vor den Museen bleiben als sichtbares Zeichen für Artenvielfalt und Biodiversität im Mainzer Stadtraum erhalten.
FLORA hat eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial entsteht, wenn Forschung, Lehre, Gestaltung, Technologie und Transfer zusammenkommen: Aus einem historischen Buch wurde ein lebendiger Dialog zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft.
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