Naturschutztagung
Öffentliche Naturschutzfinanzierung am Limit? Suche nach neuen Wegen
Zum Inhalt:
Fraglos ist der wirksame Schutz von Natur und Landschaft, insbesondere der Schutz der Biodiversität, eine staatliche Aufgabe. In Zeiten instabiler politischer Koalitionen, einer angespannten öffentlichen Haushaltslage und einer unübersichtlichen Gesetzgebung zugunsten beschleunigter Verfahren geraten die verlässliche Finanzierung des Naturschutzes und somit der Naturschutz selbst unter Druck.
Effektive Maßnahmen im Naturschutz setzen eine ausreichende Finanzierung, eine starke Verwaltung und ein koordiniertes Vorgehen von Bund und Ländern voraus, so nachzulesen im Finanzverfassungsrechtlichen Gutachten von Frau Prof. Ann-Kathrin Kaufhold und Frau Dr. Sonja Heitzer, LL.M. (Ludwigs-Maximilians-Universität, München, 22. Juli 2024).
Mindestens zwei Milliarden Euro pro Jahr seien nötig, um tatsächlich etwas bewirken zu können, so lautete schon am 31.05.2021 der Appell von sieben Naturschutzorganisationen, darunter WWF, NABU, BUND und DNR. Das bisherige Finanzierungssystem schlage oft fehl.
Auch die Umweltministerkonferenz hatte auf ihrer 99. Sitzung im November 2022 festgestellt, dass es einen erheblichen finanziellen Mehrbedarf in den Bereichen des Naturschutzes und des natürlichen Klimaschutzes in Deutschland gibt.
Bei der Naturschutzfinanzierung ist zunächst an die wichtigen EU-, Bundes-, Landes- und kommunalen Mittel zu denken, aber auch an die verschiedenen Beiträge von Stiftungen, Verbänden, Privatleuten (Spenden/Crowdfunding) und der Privatwirtschaft.
Deren Verknüpfung und neue Formen der Kooperation bieten interessante Optionen. So hat die Bundesregierung die Naturerbeflächen nördlichen am Stegskopf im nördlichen Rheinland-Pfalz an die gemeinnützige DBU-Naturerbe GmbH übergeben. Die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) hat z. B. das EU-LIFE-Projekt zur Wiederansiedlung von Luchsen im Pfälzerwald umgesetzt.
Welchen Herausforderungen sich die Naturschutzarbeit in RLP aufgrund der neuen Gesetzesregelungen ausgesetzt sieht und wo sich belastbare und neue Finanzierungsmodelle ergeben, soll im Rahmen der Tagung illustriert werden.
Vorgestellt werden neben aktuellen staatlichen Förderangeboten weitere Finanzierungsmodelle regionaler Akteure wie eine „Tourismusabgabe“, praktiziert im südlichen Schwarzwald, die unternehmerische Kooperation „Bündnis Biodiversität“ der IHK Rheinhessen und das Beispiel der stark vernetzten Masgeik-Stiftung aus Molsberg. Auch Nature Credits werden vorgestellt.
Das Programm finden Sie hier: eveeno.com/
Zur Anmeldung:
Die Teilnahmezahl ist begrenzt, sollte die Veranstaltung ausgebucht sein, wird eine Warteliste eingerichtet.
Anmeldungen erbeten bis zum 21.10.2026.
Es wird eine Tagungsgebühr in Höhe von 60,00 € erhoben. Ermäßigte Teilnahmegebühr für BBN-Mitglieder von 30,00 €. Kostenfreie Teilnahme von Studierenden gegen Nachweis. Bescheinigung bitte an: rg-rlp-event[at]bbn-online.de
Bei kostenpflichtiger Anmeldung erhalten Sie per Mail eine Rechnung an die im Online-Formular angegebene Mail-Adresse.
Nach Eingang der Teilnahmegebühr erhalten Sie eine Teilnahme-Bestätigung.