Bewerbungsstart: Jetzt für das Sommersemester 2026 bewerben!

Klima- und biodiversitätsfreundliches Stadtgrün - Untersuchungen in Kombination von Forschung und Lehre

Um zukunftsorientiert gegen die Aufheizung der Städte und für die Biodiversität handeln zu können, besteht Forschungsbedarf. Es gilt herauszufinden, welche Grünflächentypen in Siedlungen besonders zur Klimaanpassung durch Vermeidung von zu starken Aufheizungseffekten sowie zur Biodiversität beitragen können.

Die Auswirkungen von Baumpflanzungen wurden in diesem Projekt nicht berücksichtigt, da es dazu bereits viele Untersuchungen gibt, die bestätigen, dass das Pflanzen von Bäumen maßgeblich zur Abkühlung der Städte und der Förderung der Biodiversität beiträgt. Das Problem bezüglich der Baumpflanzung ist jedoch der mangelnde Platz in vielen Städten, weshalb sich diese Ausarbeitung auf kleinflächige Begrünungen konzentriert. Daher wurden folgende Grünflächentypen betrachtet: Wiese, Rasen, Staudenpflanzungen auf Erde und auf mineralischem Mulch, helle und dunkle Schotterflächen.

Mithilfe der Studierenden wurden Messungen des Mikroklimas in Bingen-Büdesheim und in Ingelheim durchgeführt. Dabei kamen mobile automatische Wetterstationen und Handmessgeräte zum Einsatz. Im Ergebnis wurde vergleichend herausgearbeitet, welche Grünflächentypen der Aufheizung in den Städten besser entgegenwirken und damit Klimaanpassungsmaßnahmen darstellen können. Zudem haben die Studierenden Biodiversitätsmessungen durch stichprobenartiges Auszählen von Insekten und sonstigen Kleintierarten auf den verschiedenen Grünflächentypen in Bingen Büdesheim und Ingelheim durchgeführt und damit die Habitatqualität bestimmt. Daraus ließ sich ableiten, welche Grünflächentypen sich optimal zur Förderung der Biodiversität eignen und dem Artensterben entgegenwirken können.

Im Ergebnis konnten Grünflächentypen bestimmen werden, die eine hohe Biodiversität mit Klimaanpassung vereinen. Insbesondere Wiesen schneiden deutlich besser als Staudenpflanzungen oder Rasenflächen ab. Ein wesentliches Ergebnis war auch, dass Staudenpflanzungen mit mineralischem Mulch klimatisch ungünstiger sind, da sie sich stärker aufheizen im Vergleich zu Staudenpflanzungen ohne mineralischen Mulch. Schotterflächen, insbesondere mit dunklem Schotter und größeren Steinen schneiden besonders ungünstig ab und es sollte darauf vollständig verzichtet werden. Detaillierte Empfehlungen für die klimafreundliche und biodiverse Begrünung in Siedlungsbereichen wurden abgeleitet. Die Projektergebnisse wurden in einem Abschlussbericht dokumentiert.

  • Laufzeit: 04.2022 - 07.2022
  • Förderer:
    • Umwelt- und Grünflächenamt der Stadt Ingelheim
    • Umweltabteilung im Bauamt der Stadt Bingen
© TH Bingen Straßenrand mit Begrünung

Prof. Dr. Elke Hietel

Projektverantwortliche
Professorin für Landschaftspflege, Landschafts- und Stadtplanung +49 6721 409 239 E-Mail schreiben

2-220

Prof. Dr. Oleg Panferov

Projektverantwortlicher
Professor für Klimawandel, Klimaschutz +49 6721 409 360 E-Mail schreiben

5-237

Schriftenreihe des Hermann-Hoepke-Instituts der TH Bingen: