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Hochschule

Nach 39 Jahren als Hochschulseelsorger in den Ruhestand

Hochschulseelsorger Marcus Grünewald geht in den Ruhestand. In seiner langjährigen Tätigkeit hat er viele Ratsuchende begleitet und unzählige Gottesdienste und Feste gefeiert. Präsidentin Prof. Dr. Antje Krause würdigt sein Engagement.

© Jessica Pleiner | TH Bingen Marcus Grünewald steht in der Mitte und hält einen Präsentkorb, rechts und links stehen zwei Frauen

Am 2. Juli 2026 verabschiedete Präsidentin Prof. Dr. Antje Krause den langjährigen Hochschulseelsorger Herrn Marcus Grünewald im Beisein der Ordinariatsrätin Christine Schalk, Leiterin des Referats Hochschulseelsorge im Bistum Mainz. Seit 1987 hat Grünewald die katholische Hochschulgemeinde (KHG) an der TH Bingen geleitet. In den 39 Jahren seiner Tätigkeit hat Grünewald sechs Präsidentinnen und Präsidenten erlebt und so manche Veränderung innerhalb und außerhalb der Hochschule begleitet. 

In den ersten 15 bis 20 Jahren seiner Tätigkeit existierte eine große und lebendige Gemeinde auf dem Campus. Zwischen 50 und 60 Menschen trafen sich regelmäßig zwei- bis dreimal pro Woche. Gefeiert wurden nicht nur Gottesdienste, sondern auch Kochabende und andere Feste. Lange Nächte in der Wunderbar in Bingen und Fahrten nach Rom oder Venedig sind unvergessen. Besonders gut bleibt Grünewald das Gefühl der Verbundenheit und Gemeinschaft in Erinnerung, das die Hochschulgemeinde prägte. Er hat die Hochschulseelsorge, die er zunächst nicht ganz freiwillig übernahm, lieben gelernt. Wenn er von Hochzeiten, Geburtstagen oder Taufen erzählt, zu denen er heute noch mit seiner Frau von ehemaligen Schützlingen eingeladen wird, kommt er ins Schwärmen. 

Veränderungen durch Pandemie und weniger Gläubige

Seit Anfang der 2000er Jahre hat sich spürbar etwas verändert. Inzwischen nehmen mehr ausländische als inländische Studierende die Angebote wahr. Veranstaltungen werden nur noch selten angeboten. Mit der COVID-Pandemie ist vieles zum Erliegen gekommen und die Nachfrage gesunken. Auch das Engagement der Professorinnen und Professoren ist heute anders. „Früher haben sie Studierenden aktiv empfohlen, sich mit mir in Verbindung zu setzen, wenn sie das Gefühl hatten, dass jemand ein Gespräch oder Unterstützung bräuchte,“ so Grünewald. Das sei heute nicht mehr so häufig der Fall. 

Auch das Netzwerk der ausländischen Studierenden habe vom Engagement Einzelner gelebt. Sie machten den Neuankömmlingen Mut, TH-Veranstaltungen zu besuchen und sich in die Hochschule einzubringen. Das erleichtert das Ankommen und ermöglicht neue Freundschaften.

Ein neues und gleichzeitig altes Betätigungsfeld

Ab jetzt wird sich Grünewalds Fokus verschieben. Vom „Ruhe“-stand kann aber erst einmal keine Rede sein. Bis jemand für die Position als Umweltbeauftragter des Bistums Mainz gefunden ist, begleitet er noch laufende Projekte. Als BUGA-Beauftragter des Bistums Mainz wird er sich weiterhin um “Kirchen auf der BUGA29  e.V.” kümmern. Schon früher hat er gelungene Veranstaltungen mit Prof. Dr. Oleg Panferov im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung durchgeführt. Diese Kooperation kann er sich auch für die Zukunft vorstellen.

Wie geht es weiter?

Ob es auch künftig eine katholische Ansprechperson für Bingen geben wird, wird zurzeit geprüft. Denn auch das Bistum muss auf seine Finanzen achten. Mit Blick auf unverzichtbare Einsparmaßnahmen sieht sich das Bistum Mainz leider gezwungen, die KHG Bingen, wie schon zuvor die Hochschulgemeinden in Friedberg und Rüsselsheim, zu schließen. 

Trotzdem blickt Grünewald optimistisch in die Zukunft. Er hat die Zeit in Bingen als erfüllend erlebt. Sicherlich wird man ihm ab und an im Park am Mäuseturm begegnen.

© Jessica Pleiner | TH Bingen Prof. Dr. Antje Krause schüttelt Marcus Grünewald lachend die Hand

Prof. Dr. Antje Krause überreichte Marcus Grünewald einen Präsentkorb mit regionalen Produkten und bedankte sich herzlich für das langjährige Engagement, die Unterstützung und die Verbundenheit mit der TH Bingen. „Sie haben hier wertvolle Arbeit geleistet. Ich möchte mich im Namen der gesamten Hochschule bei Ihnen bedanken und wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft“, gab sie Marcus Grünewald mit auf den Weg. Auf ein baldiges Wiedersehen – spätestens bei der BUGA29.

Kontakt

Mitarbeiterin Pressesprecherin, Referentin für Gleichstellungsangelegenheiten und Frauenförderung +49 6721 409 248 E-Mail schreiben