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Forderungen nach mehr Klimaschutz

Beim Energietag der Transferstelle Bingen zeigten zwei prominente Vertreter von Scientists for Future, die Professoren Quaschning und Latif, ihre Sicht auf den Klimawandel auf. Sie forderten schnelles Handeln.

Seit über einem Jahr gehen Schülerinnen und Schüler jeden Freitag auf die Straße, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Inzwischen ist die Diskussion zum Klimaschutz in aller Munde. Auch beim diesjährigen Energietag Rheinland-Pfalz, organisiert von der Transferstelle Bingen, stand das Thema auf dem Programm. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Industrie und Wissenschaft hielten Vorträge und diskutierten zu Klimawandel, Energiewende, nachhaltiger Mobilität und Energiekonzepten. Unter den Referenten an der TH Bingen waren auch zwei Vertreter von Science for Future, die Professoren Mojib Latif und Volker Quaschning. „Erst vor Kurzem wurde ein neuer Hitzerekord in Deutschland von 41,6 Grad gemessen. 100 Tage im Jahr, an denen die Temperatur über 30 Grad liegt, werden in Zukunft keine Seltenheit sein“, zeigte Professor Latif, der Meteorologe und Klimaforscher ist, die Folgen des Klimawandels auf. Damit die Erderwärmung unter zwei Grad bleibt, forderte er: „Wir müssen viel mehr tun und besser werden, um den fatalen Trend abzuflachen und im besten Fall umzukehren.“ Dabei sieht er Norwegen als Vorbild, Anreize wie eine Pkw-Maut und einen besseren Service der Bahn zu schaffen. „Wenn wir auf unseren alten Gewohnheiten sitzen blieben, kommen wir beim Klimaschutz nicht vom Fleck“, betonte Latif. Auch Professor Quaschning erklärte: „Es ist traurig, dass Jugendliche das lebenswichtige Thema in die öffentliche Diskussion bringen müssen. Aber die Bewegung ist eine Chance. Die Erkenntnisse sind da, wir müssen nur noch handeln.“ Eine CO2-Bepreisung sieht er als Instrument, um den Klimawandel voranzutreiben: „Die Klimafolgeschäden werden uns rund 180 Euro pro CO2-Tonne kosten. Wir müssen daher anfangen, Geld zurückzulegen. Umweltlasten sollten dafür in Produktpreise einbezogen werden.“ Zudem sei die Energiewende wichtig, sagte der Energieexperte. Dabei kritisierte er zur Diskussion um die Kosten: „Die Kohleindustrie will Geschäft machen und erzeugt daher Angst vor den Kosten einer Energiewende.“ Auch an der TH Bingen sind Professorinnen und Professoren bei Scientists for Future aktiv, um auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen. Professorin Katharina Eckartz und Professor Urban Weber sprechen beim Klima-, Energie- und Schöpfungstag am Freitag, 6. September in der Binger Basilika-Kirche über CO2-Bepreisung und erneuerbare Energien. Kommen Sie vorbei und diskutieren Sie mit.