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Pressemitteilung

Globaler Klimawandel fordert gemeinsames Handeln

Dr. Christiane Textor referierte zu Klimawandel und Klimapolitik

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zum globalen Klimawandel und die Bedeutung internationaler Klimapolitik beförderte ein beeindruckender Vortrag vor Studierenden und Professoren der Fachhochschule Bingen. Die Leiterin der Deutschen Koordinierungsstelle des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in Bonn, Dr. Christiane Textor berichtete von der Arbeit des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen, vom Stand der Klimaforschung und von den Erwartungen an die Weltklimakonferenz im Dezember in Paris.

Nach einleitenden Worten zu historischen Klimaschwankungen und den natürlichen Ursachen von Warm- und Eiszeiten, erläuterte die Klimaexpertin die Rolle des Weltklimarats IPCC als unabhängige, zwischenstaatliche, wissenschaftliche Organisation, die den Wissensstand zum Klimawandel analysiert und für die politischen Entscheidungsträger zusammenfasst. Anschließend stellte sie die Ergebnisse des neuen IPCC-Berichts vor. Sie zeigte die beobachtete Klimaerwärmung auf und belegte gravierende globale Folgen des Klimawandels mit Beispielen. Die Erwärmung der Atmosphäre um 0,85 Grad Celsius seit 1880 lasse sich nur unter Einbeziehung anthropogener Einflüsse erklären, natürliche Faktoren reichten dafür nicht aus, machte sie deutlich. Manche Klimaveränderungen und resultierende Folgen sind unvermeidbar, deshalb werden neben den Bestrebungen zur Minderung der Klimaeinflüsse auch Anpassungsmaßnahmen an die Veränderungen geplant, führte Dr. Textor aus. „Der Klimawandel zeigt die Kennzeichen eines globalen Allgemeingut-Problems, das gemeinsames Handeln erfordert. Internationale Zusammenarbeit ist deshalb notwendig. Das neue weltweite Klimaabkommen, das im Dezember in Paris beschlossen werden soll, wird Minderung und Anpassung, Finanzierung, Technologie sowie Hilfe zur Selbsthilfe beinhalten“, berichtete Dr. Textor in Bezug auf die bevorstehende Weltklimakonferenz. Die Referentin ging auf die Instrumente der internationalen Klimapolitik im Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) und das Kyoto Protokoll ein. Die bisher eingereichten Ankündigungen zur Minderung von Treibhausgasen seien vielversprechend, reichten für das Ziel, die Erwärmung auf zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu limitieren, aber noch nicht aus. Die hochschulöffentliche Veranstaltung im Rahmen des Internationalen Study Semesters und Studiengangs Klimaschutz und Klimaanpassung erntete breites Interesse, was sich auch in der lebhaften Diskussion danach zeigte.

Die FH Bingen nimmt in Lehre und Forschung zum Umwelt- und Klimaschutz schon lange eine Vorreiterrolle ein. Seit über 40 Jahre wird hier Umweltschutz gelehrt und die Lehre und Forschung stetig weiterentwickelt. So wird seit 2014 als jüngster Beitrag zu Klimaschutz und Klimaanpassung der gleichnamige Bachelorstudiengang angeboten. Interdisziplinär arbeiten Studierende, Mitarbeiter und Professoren der Studiengänge Klimaschutz, Umweltschutz und Agrarwirtschaft gemeinsam an Forschungsprojekten zum Klimaschutz und Anpassungsstrategien. Aktuelle Beispiele im Rahmen der Forschungsinitiative dafür sind die Projekte „Auswirkungen der Aufforstungen als Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen auf die Stadt Ingelheim und Umgebung“ oder „Urbane Klimaanpassung durch extensive Grünflächen“.