Neugierige Tüftler mit tollen Projekten
Die Teilnehmer des Regionalwettbewerbs Jugend forscht/Schüler experimentieren an der Fachhochschule Bingen hatten sich vom Motto „Neues kommt von Neugier“ inspirieren lassen. Sie präsentierten der Jury und am Nachmittag der Öffentlichkeit ihre neuen Erkenntnisse, Ergebnisse und kreativen Lösungen. Und das sehr anschaulich und an dekorativ gestalteten Ständen. Viele Besucher ließen sich von den cleveren Ideen der Jungforscher begeistern, die mit leuchtenden Augen und großem Eifer ihre Arbeiten erklärten. Ein umgebautes Kart und Pennyboard mit Elektroantrieb, kleine Roboter, selbst gefertigte Katapulte und Wasserräder, Bio-Parfum und Enthaarungscreme zogen Blicke an. Hat der Mond immer den gleichen Durchmesser, untersuchten Jonas Bingeser (11) und Jonathan Schmitz (10) vom Burggymnasium Kaiserslautern per Lochkamera und Teleskop. Ihre Erkenntnis: Optisch ist der Mond beim Aufgang 10 Prozent größer als im Zenit und errangen dafür einen 2. Platz. Effiziente Methoden das 1x1 zu lernen, führten Emma (9), Laila und Vanessa (10) von der Brüder-Grimm-Grundschule Ingelheim vor und nahmen dafür den Preis für den schönsten Stand mit nach Hause. Insgesamt 112 Schülerinnen und Schüler aus der Region konkurrierten in sieben Fachgebieten um die begehrten Preise.
Viel kommunale Prominenz, Schulleiter und Vertreter aus der Wettbewerbs-Zentrale und Wirtschaft repräsentierten die Bedeutung der Nachwuchsförderung und die große Unterstützung aus der Region. „Wir können nicht früh genug beginnen, Talente und die geistigen Ressourcen der jungen Leute zu fördern. Der Wettbewerb ist ein Gewinn für die gesamte Region und unsere Gesellschaft“, brachte Bingens Bürgermeister Ulrich Mönch gemeinsame Anerkennung bei der Siegerehrung auf den Punkt. Mit leeren Händen ging kein Teilnehmer nach Hause. Die Sonderbriefmarke „50 Jahre Jugend forscht“ und ein Bausatz von Lego Education für jeden solle die Erinnerung wach halten und zu weiteren Leistungen anspornen, ermutigte Dr. Kilsch die Jungforscher. Für ihn selbst war es ein Abschied von seinem Patenamt. Dr. Frank Zuther von der Stiftung Jugend forscht in Hamburg würdigte den Einsatz von Regionalwettbewerbsleiterin H. Ossmann und Dr. Kilsch. Mit der goldenen Nadel, der höchsten Auszeichnung der Stiftung, dankte er dem Patenbeauftragten. Dr. Kilsch habe mit seinem Enthusiasmus den RW Bingen geprägt, sagte Zuther.
„Neugierde wecken stand an erster Stelle, wir suchen die Forscher von morgen im MINT-Bereich“, leitete Wettbewerbsleiterin Ossmann zum eigentlichen Höhepunkt, der Siegerehrung, über. Der Jury fiel die Auswahl schwer. „Jugend forscht beförderte anspruchsvolle Arbeiten zu Tage, manche praktisch umsetzbar und einige sogar patenverdächtig“, so das Fazit von Juror Professor Helmut Herrmann.
Sieger und prämierte Schulen
Erste Plätze - dotiert mit 75 Euro - und damit den Einzug in die nächsthöhere Wettbewerbsstufe auf Landesebene erreichten im Wettbewerb Schüler experimentieren:
im Fachgebiet Arbeitswelt Hannah Riedle (11) und Alexander Schmid (12), Lina-Hilger-Gymnasium in Bad Kreuznach mit dem Projekt „Blitzeis für den Schmerz“. Sie demonstrierten eine neue Methode für eine entwickelte Kühlkompresse aus kostengünstigen, umweltfreundlichen Stoffen. „Eine sorgfältig ausgeführte und systemmatische Arbeit“, urteilte die Jury. Den Sonderpreis des Landrates Bad Kreuznach gab es dafür oben drauf.
im Fachgebiet Biologie Jan Luis Schiffmann (11) vom Ausonius-Gymnasium in Kirchberg. Er untersuchte die Auswirkung von verschiedenen Düngern auf das Wachstum von Pflanzen auf der Suche nach dem besten Dünger. Die Ergebnisse, das ambitioniertes Vorgehen und seine durchdachte Arbeitsweise in den Versuchen überzeugte die Juroren und den Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises. Er belohnte zusätzlich mit einem Sonderpreis.
im Fachgebiet Chemie Geraldine Füllmann und Luna Engelmann (beide 11) vom Ausonius-Gymnasium Kirchberg mit dem Thema „Rettet den Regenwald: Seife herstellen ohne Palmöl“. Die beiden Schülerinnen präsentierten ein rund um gelungenes Projekt und punkteten mit der sehr ansprechenden Präsentation, inklusive selbst kreeirtem Logo.
im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften Marlene Müller (12) vom Helmholtz-Gymnasium, Zweibrücken. In ihrer Arbeit Gelber Acker - Roter Acker beschäftigte sie sich mit der Schichtgrenze vom Buntsandstein zum Muschelkalk und eigenete sich dafür spezifisches Wissen an. Sie überzeugte die Juroren durch klar strukturierte Arbeitsweise und schlüssige Präsentation.
im Fachgebiet: Mathematik/Informatik Maximilian Wittmer (13) vom Gymnasium am Kaiserdom in Speyer mit dem Projekt „Ein deutscher Interpreter - Programmieren für Englischmuffel“. Er brennt für Jugend forscht und will seine Begeisterung fürs Progammieren weitergeben. Für Mitschüler hat er in einer sehr strukturierten Arbeit ein Programm geschrieben und Programmierbefehle in deutsch übersetzt.
im Fachgebiet Physik das Schüler-Duo Nils Prager (12) und Robin Kohnen (11) vom Ausonius-Gymnasium in Kirchberg. Wie viel Strom erzeugt ein Wasserrad in einem kleinen Bach, wollten sie wissen. Mit einem selbst gebauten Wasserrad experimentierten sie mit unterschiedlichem Wasserdruck und brachten ein LED-Lämpchen zum Brennen. Die Jury lobte den einfachen Versuchsaufbau, die erzielten Ergebnisse und die für Schüler dieser Alterstufe klare und deutliche Präsentation.
im Fachgebiet Technik Marius Beuchel (11) und Benjamin Quanz (12), Stefan-George-Gymnasium in Bingen. Für ihr Projekt „Das ferngesteuerte Pennyboard“ bauten sie ein Board aus Holz und statteten es für den Hinterradantrieb mit Komponenten eines ferngesteuerten Autos aus. „Mit ihrer Dokumentation der Testreihe zu Tragkraft und Geschwindigkeit, ihrer Technikbegeisterung, sicherem Auftreten und ausführlichen Erläuterungen überzeugte das Schüler-Duo die Juroren“, fasste Ossmann in der Laudatio zusammen.
In der Altersstufe Jugend forscht siegten:
im Fachgebiet Arbeitswelt Evelyn Bernhardt vom Otto-Schott Gymnasium in Mainz-Gonsenheim. In dem Projekt „Easy Grade - Von der Idee zur App im Google Play Store!“ zeigte sie die Entwicklungsschritte einer App detailliert auf. Die 17-Jährige überzeugte die Jury durch fachliche Kompetenz und Ausstrahlung. „Eine hoffnungsvolle Informatikstudentin, die andere Schüler zu Leistung anspornen kann“, bescheinigten die Juroren.
im Fachgebiet Biologie Victoria Louisa Moog (19) vom Herzog-Johann-Gymnasium in Simmern. Sie untersuchte molekularbiologisch das Verhalten von Wildhefen unter gärungsrelevanten Stressfaktoren, die sie im schuleigenen Weinberg identifiziert hatte. Ihr Ziel: Wildhefen für die schuleigene Weinherstellung einzusetzen. Die Untersuchungen und angewandten Methoden zeugten von vielfältiger Kompetenz der Schülerin, so das Urteil der Juroren.
im Fachgebiet Chemie Tristan Gutenberger, Jens Münchow und Marvin Stelter (19) vom Herzog-Johann-Gymnasium in Simmern. Ihr Projekt: Solarfenster - Energie von morgen - Bau und Optimierung von Grätzelzellen und SMSC“, Ihre Idee: Strom aus Fenstern mit transparenten Zellen gewinnen. Sie untersuchten Farbstoffsolarzellen und modfizierten eine eigene Grätzelzelle. „Solarzellen in Fensterscheiben zu integrieren ist eine geniale Idee, deren Weiterentwicklung sich lohnt“, lobten die Juroren den Erfindergeist des Schüler-Trios. Und der Lionsclub Bingen belohnte die Leistung zusätzlich mit dem Preis für rationelle Energienutzung.
im Fachgebiet Physik Julia Pflüger (15) Private Hildegardis-Schule, Bingen. Für das Projekt „Selbstbau einer automatischen Fensteröffnungsanlage“ entstand ein Modellaufbau, dessen Hebewirkung ohne Motor über Materialerwärmung und Volumenausdehnung funktioniert. Die 15-Jährige untersuchte verschiedene Materialien und verglich Volumenausdehnungskoeffiziente. „Julia Pflüger überzeugte durch detailliertes Wissen zu thermischen Eigenschaften der Materialien und ihre methodische Vorgehensweise“, lobten die Juroren die Leistung der Schülerin.
Sie alle messen sich auf dem Landeswettbewerb mit den Gewinnern anderer Regionalwettbewerbe. In der Juniorsparte bis 14 Jahre findet er vom 28. und 29. April in Ingelheim statt. Der Landeswettbewerb für die Altersstufe Jugend forscht folgt vom 5. bis 7. April in Ludwigshafen.
Johlender Applaus der Schülerteams begleitete die Auszeichnungen an besonders engagierte Schulen. Die Nominierung für den Jugend forscht Schulpreis 2016, gestiftet von CTS Gruppen- und Studienreisen und dotiert mit 1000 Euro, erhielt das Sebastian-Münster-Gymnasium in Ingelheim. Der Preis wird für besondere Förderung naturwissenschaftlich, mathematisch und technisch interessierter Schülerinnen und Schüler vergeben und im Juni in Bremen überreicht.
Den Preis der FH Bingen für die erfolgreichste Schule des Regionalwettbewerbs Bingen gewann die Brüder-Grimm-Grundschule in Ingelheim-Nord. Das Preisgeld beträgt 500 Euro.
Der „Förderpreis für eine besonders engagierte Schulen“ des Sparkassenverbands Rheinland-Pfalz in Höhe von 300 Euro ging an das Herzog-Johann-Gymnasium in Simmern.
Mit dem „Sonderpreis für engagierte Talentförderer“ der Heinz und Gisela Friedrichs Stiftung und 100 Euro wurde die Betreuungslehrerin der Hildegardisschule Bingen, Jutta Aulenbacher ausgezeichnet.
Den „Preis der Berdelle-Hilge Stiftung für besonders engagierte Schulen“ der 51. Wettbewerbsrunde teilten sich fünf Schulen: das Ausonius-Gymnasium in Kirchberg (16 Arbeiten), die Brüder-Grimm-Grundschule in Ingelheim-Nord (14 Arbeiten), das Herzog-Johann-Gymnasium in Simmern (10 Arbeiten), die Hildegardisschule (6 Arbeiten) und das Stefan-George-Gymnasium in Bingen (5 Arbeiten). Entscheidend ist die Gesamtzahl der Arbeiten der Wettbewerbsrunde 2016, das Preisgeld beträgt 217 Euro für jede dieser Schulen.
Mit dem NewComer-Preis, ein Experimentierkasten aus dem Sponsorpool Rheinland-Pfalz, honorierte die Regionalwettbewerbsleitung das Debüt der IGS Gerhard Ertl (Sprendlingen) bei Jugend forscht.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Regionalwettbewerbs traten in zwei Alterssparten an. In der Sparte „Jugend forscht“ ab 15 Jahre waren 19 Projekte vertreten, in der Juniorsparte „Schüler experimentieren“ 45 Arbeiten. Wettbewerbspreise erhielten jeweils die drei besten Arbeiten in den einzelnen Fachgebieten und Alterssparten, dotiert mit 75 Euro, 60 Euro bzw. 45 Euro. Außerdem gab es 21 Sonderpreise für den Forschernachwuchs, finanziert durch regionale Institutionen, Unternehmen und die FH Bingen.
Folgende Schulen waren am Regionalwettbewerb Bingen vertreten:
Ausonius-Gymnasium Kirchberg/Hunsrück, Kirchberg
Brüder-Grimm-Schule Grundschule Ingelheim-Nord, Ingelheim
Burggymnasium, Kaiserslautern
Christian-Erbach-Realschule plus, Gau-Algesheim
Ernst Bloch-Schule Integrierte Gesamtschule, Ludwigshafen
Gymnasium am Kaiserdom, Speyer
Gymnasium am Römerkastell, Bad Kreuznach
Gymnasium Birkenfeld, Birkenfeld
Helmholtz-Gymnasium, Zweibrücken
Herzog-Johann-Gymnasium, Simmern
IGS Gerhard Ertl, Sprendlingen
Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium, Neustadt/W.
Lina-Hilger-Gymnasium, Bad Kreuznach
Otto-Schott Gymnasium Gonsenheim, Mainz
Priv. Gymnasium Weierhof am Donnersberg, Bolanden
Private Hildegardis-Schule, Bingen
Private Maria-Ward-Schule, Mainz
Rochus-Realschule plus mit Fachoberschule, Bingen
Sebastian-Münster-Gymnasium, Ingelheim
Stefan-George-Gymnasium, Bingen
Veldenz Gymnasium, Lauterecken