Wappnen für den Stromausfall - Tipps aus der Wissenschaft
An der Technischen Hochschule (TH) Bingen wird schon lange zu elektrischer Energie, Stromversorgung und Energiesicherheit geforscht und gelehrt. „Die Erzeugung, Übertragung und Verteilung elektrischer Energie stellt die Grundlage des modernen Lebens dar“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Dominik Häring, Professor für Elektrische Energietechnik. „Entsprechend sensibel fassen wir Stromausfälle, wie nun in Berlin passiert, negativ auf. Die Zuverlässigkeit und Resilienz unserer Energieversorgungssysteme ist jedoch fester Bestandteil in der Auslegung und dem Betrieb der Netze. In Deutschland liegen wir mit der Zuverlässigkeit sehr weit oben“.
Prof. Dr. Martin Pudlik, Professor für Regenerative Energiewirtschaft, merkt an, dass bei der Reparatur in Berlin verschiedene Dinge zusammengekommen seien. Alle Beteiligten hätten angesichts der komplexen Situation sehr gute Arbeit geleistet und die Reparatur in kürzester Zeit durchgeführt. Privaten Haushalten legt er die Empfehlungen des Katastrophenschutzes ans Herz:
- Notfallvorrat für 72 Stunden
- Batterie-/Akkuausrüstung
- Steckerleisten mit Überspannungsschutz für TV, Computer und Router
Gut zu wissen: Bei Stromausfall sollte man Herd, Backofen, Heizgeräte ausschalten, um Schäden beim Wiederanlauf zu vermeiden. Ist der Strom wieder da, können die Geräte schrittweise wieder eingeschaltet werden: zuerst das Licht, dann Elektronik, zuletzt Waschmaschine, Wärmepumpe, E-Auto und Co.
Was können Unternehmen tun?
Bei Unternehmen ist es hingegen komplexer. Auch hier empfiehlt Pudlik Lösungen für den Überspannungsschutz, und zwar nicht nur in den Verteilungskästen, sondern auch für Daten- und Steuerleitungen. „Wichtig sind auch Abschaltpläne mit Notstromversorgung für den kritischen Maschinenpark. Die Systeme fahren sicher herunter, statt unkontrolliert auszufallen“, erläutert er. Kommt der Strom zurück, sollten Systeme und Geräte nach einem gestaffelten Wiederanlauf-Plan hochgefahren werden.
Nicht vergessen: Die Notstromversorgung muss regelmäßig gewartet und getestet werden. Ein weiterer Tipp sind redundante Datenverbindungen: „Das bedeutet, man hat ein Backup zum Glasfaser-/DSL-Anschluss, z. B. über ein VPN über den Mobilfunk.“
Natürlich könnten die Experten noch viel mehr ins Detail gehen. Aber sie machen sich keine großen Sorgen: Deutschland hat im internationalen Vergleich eines der zuverlässigsten Stromnetze der Welt.
Die Studiengänge
An der TH Bingen gibt es die verschiedensten Studiengänge und Vertiefungsrichtungen zum Thema Energie. Prof. Dr.-Ing. Dominik Häring leitet den Studiengang Sustainable Power Engineering und Prof. Dr. Martin Pudlik leitet die Studiengänge Regenerative Energiewirtschaft und Versorgungstechnik, Green Engineering sowie stellvertretend Energie-Betriebsmanagement.
Ob mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Sicherheit oder Automatisierung – Interessierte können gezielt nach Interesse den passenden Studiengang wählen.
Interessensuche
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