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12.01.2026 16:15 - 17:45 Uhr 19.01.2026 16:15 - 17:25 Uhr

Ringvorlesung: Intersektionale Perspektiven auf Gender und Widerstand

Ringvorlesung der JGU mit dem Fokus auf Intersektionalität und Gender. Die Reihe widmet sich dem Widerstand und öffnet damit diverse Perspektiven, die wir in Diskussionen vertiefen und neue Impulse für heutige Herausforderungen setzen wollen.

Kategorie: Diversity Ort: Online Veranstalter: Zoom-Link

Im Wintersemester 2025/26 findet die fünfte Ringvorlesung mit dem Fokus auf Intersektionalität und Gender statt. Dieses Mal widmet sich die Reihe dem Widerstand und öffnet damit diverse Perspektiven, die wir in Diskussionen vertiefen und neue Impulse für heutige Herausforderungen setzen wollen.

Aktuelle antifeministische Diskurse und Politiken sowie Angriffe auf geschlechtliche Selbstbestimmung erzeugen eine neue Dringlichkeit bezüglich der Frage nach möglichem Widerstand. Die interdisziplinäre Ringvorlesung beleuchtet Formen, Praktiken, Strategien und Geschichten der Gegenwehr, die sich in aktivistischen Bewegungen, in künstlerischen Praktiken oder im Alltag zeigen. Die Ringvorlesung geht der Frage nach, welche widerständigen Praktiken als strategische Werkzeuge dienen, die Gewalt aufzeigen und Machtverhältnisse verschieben können.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein und freuen uns auf den Austausch!

Organisiert von Kerstin Brandes, Universität Bremen | Linda Hentschel, Kunsthochschule Mainz | Thari Jungen, Kunstuniversität Linz |  Friederike Nastold, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg | Julia Reichenpfader, Studienprogramm Q+, JGU Mainz.

12.01.2026 | Josephine Apraku |Wie Widerstand? Eine intersektionale Perspektive auf Widerstand im Alltag

Josephine Apraku beleuchtet im Vortrag, wie gesellschaftliche Machtverhältnisse Diskriminierung und Othering-Prozesse hervorbringen – und wie Menschen diesen mit alltäglichen Formen von Widerstand begegnen. Aus intersektionaler Perspektive zeigt Josephine, wie komplex die Überschneidungen von Rassismus, Sexismus, Klassismus und weiteren Diskriminierungsformen sind, und wie wichtig es ist, die eigenen Ressourcen im Kontext von Widerstand zu reflektieren. Widerstand kann leise oder laut sein, individuell oder kollektiv, geplant sowie spontan sein – er ist immer kontextabhängig. Josephine Apraku fragt, welche Rolle Fach- und Erfahrungswissen, Positionierungen und Gemeinschaft für widerständiges Handeln spielen – und was es braucht, um diesen Weg langfristig gehen zu können. 

Josephine Apraku ist Afrikawissenschaftler*in, Autor*in, Podcaster*in und Referent*in für intersektionale rassismuskritische Bildungsarbeit. Neben mehreren Sach- und Kinderbüchern hat Josephine unter anderem für Magazine wie das Missy Magazine oder Vogue Germany geschrieben. Außerdem organisiert Josephine die monatliche Soli-Lesereihe »In guter Gesellschaft«, mit der Geld für Initiativen gesammelt wird. Josephines Arbeit bewegt sich zwischen Kritik und Utopie – mit dem Ziel, Unterdrückung sichtbar zu machen und kollektive Veränderung anzustoßen.

19.01.2026 | Sabine Hark | Genderwahn und Sprachpolizei. Toxische Diskurse und unheimliche Allianzen

Der Vortrag rückt die vehemente Ablehnung von Gender Studies und geschlechtlicher Selbstbestimmung als Teil eines reit angelegten Kulturkampfs in den Blick. Begriffe wie „Genderwahn“ und „Sprachpolizei“ dienen der Diffamierung wissenschaftlicher Arbeit und der Delegitimierung politischer Gleichheitsforderungen. In der Melange aus Verschwörungsmythen, Ressentiments und moralischer Empörung formiert sich eine unheimliche Allianz rechter, konservativer und teils auch feministischer Stimmen. Der Diskurs ist von Eskalation, Denunziation und irrationaler Aufladung geprägt – mit dem Ziel, Gender als vermeintliche Bedrohung gesellschaftlicher Ordnung zu inszenieren und progressive Errungenschaften rückgängig zu machen.

Sabine_ Hark, Professur für Interdisziplinäre Geschlechterforschung an der TU Berlin. Jüngste Veröffentlichungen: Die ungleiche Universität. Diversität, Exzellenz und Anti-Diskriminierung (zusammen mit Johanna Hofbauer) Wien 2023 (Passagen Verlag). Gemeinschaft der Ungewählten. Umrisse eines politischen Ethos der Kohabitation. Berlin 2021 (edition suhrkamp 2774)

Kontakt

Pressesprecherin, Referentin für Gleichstellungsangelegenheiten und Frauenförderung +49 6721 409 248 E-Mail schreiben