Im Verbund stark

Das EF-Südwest-Projektteam Daniel Eberz, Prof. Ulrich Fischer, Julia Klöckner BMin, Dr. Christoph Otten, Prof. Clemens Wollny und Dr. Christian Koch bei der Übergabe der Förderbescheide durch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in Berlin. Bild: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft / Felix Zahn, photothek.net

Ob im Ackerbau, Weinbau oder Obstbau, alle Betriebe können von der Digitalisierung profitieren, vorausgesetzt, es gibt passgenaue und an die jeweiligen Betriebstypen angepasste Lösungen. Hieran arbeitet das Digitale Experimentierfeld Südwest in Rheinland-Pfalz. Mit dabei ist auch die TH Bingen. Es entwickelt ein branchenübergreifendes und überbetriebliches Datenmanagement. Die GeoBox-Infrastruktur bietet hierfür nicht nur eine breite Palette an Softwarewerkzeugen an, sondern sichert den Betrieben durch eine dezentrale Speicherung die Datenhoheit und damit auch die Wertschöpfung aus intern gesammelten Informationen.
Gleich in neun Anwendungsfällengeht es zur Sache: So gilt es die Lese und den Transport von Trauben in Winzergenossenschaft digital mit der Kapazitäten in Traubenannahme und Pressung abzugleichen, insbesondere weil der Klimawandel immer wärmere und kürzere Ernteperioden bringt. Im Gemüsebau zum Beispiel sollen in verschiedenen Kulturen mittels Bilderkennung Roboter die Nutzpflanzen von störenden Bewuchs befreien, ganz ohne Herbizide. Noch weiter geht der Obstbau, wo Pflückroboter ebenso gezielt und schonend Äpfel ernten. Umwelt- und Ressourcenschonung stehen im Fokus, wenn eine App dem Winzer die für den Standort passende Begrünungsmischung vorschlägt oder die Ausbringung von Wirtschaftsdünger mittels digitaler Sensordaten im Ackerbau oder heimischen Anbau von Viehfutter optimiert werden unter Berücksichtigung der neuesten rechtlichen Auflagen.

Es gilt nicht nur die digitale Infrastruktur für neuentwickelte Lösungen zu nutzen, gerade bei den kleinen und meist bäuerlichen Betrieben bedarf es der intensiven Vermittlung des neuen digitalen Wissens durch Angebote in der Beratung und des Coachings. Neben der großen Vielfalt der landwirtschaftlichen Kulturen liegt die besondere Stärke des Experimentierfeldes Südwest in der besseren Vernetzung der unterschiedlichen Produktionsbereiche. Hierzu verbindet das neu geschaffene Living Lab alle Anwendungsfälle und nutzt die breite Palette an Softwarewerkzeugen und gemeinsame Schnittstellenstandards der GeoBox-Infrastruktur. Gleichzeitig bietet das rheinland-pfälzische Living Lab den privatwirtschaftlichen Unternehmen des Agrarsektors ein offenes Experimentierfeld, um eigene Digitalisierungslösungen einzubinden und auszutesten.   
Dieses Gesamtpaket aus anwendungsorientierter Forschung, Coaching und Umsetzung in der Praxis  wird geschnürt von den praxisnahen Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Eifel, Westerwald-Osteifel, Rheinpfalz), Hochschulen (TH Bingen, TU Kaiserslautern) und außeruniversitären Forschungseinrichtungen (DLR Rheinpfalz, RLP-AgroScience, LVAV Neumühle). Den Startschuss für das Experimentierfeld Südwest gab Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner am 9. März 2020 in Berlin, als sie den Projektverantwortlichen die Förderbescheide über 4,35 Millionen Euro übergab.

Quelle: DLR


Zur Übersichtsseite

g id="TH-Bingen_Icon_arrow_02">