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TH Bingen auf dem Ecosummit

Die TH Bingen ist auf der renommierten internationalen ökologischen Fachveranstaltung Ecosummit 2016 mit einer eigenen Session zum Thema „Ausbildung der Klima- und Umweltschutzexperten“ (Education of Climate Change and Environment Protection Specialists) vertreten gewesen. Diese internationale Tagung mit ca. 1500 Besuchern aus der gesamten Welt fand vom 28. August bis 02. September 2016 im Kongresszentrum in Montpellier, Frankreich statt. Die Themen der Tagung umfassten alle Gebiete der Ökologie, wie zum Beispiel Biodiversität, Klimaschutz, Wassermanagement, Ökoingenieurwesen, Urbane Begrünung oder Wiedervernässung der Feuchtgebiete. In zahlreichen Workshops und Nebenveranstaltungen wurden die Problemfelder durch Fachvorträge und Poster vorgestellt und rege diskutiert. Das Programm wurde abgerundet durch interessante Fachexkursionen in die Umgebung von Montpellier – die berühmte Camargue.
Durch den zunehmend als global wahrgenommenen Handlungsbedarf im Bereich des Klimaschutzes und der Klimaanpassung ist es notwendig geworden, die bereits ergriffenen und zukünftig zu ergreifenden Maßnahmen in diesem Feld kooperativ und als Ergänzung zueinander zu gestalten, anstatt sie unabhängig voneinander und ggf. sogar als konkurrierende Maßnahmen durchzuführen. Für die erfolgreiche Implementierung der Klimaschutzmaßnahmen ist eine „Bewusstseinsänderung“ erforderlich. Diese Bewusstseinsänderung ist nur durch eine klimaschutzorientierte Bildung erreichbar. Momentan ist eine steigende Nachfrage nach Spezialisten in Klimafolgenforschung, Klimaschutz und Klimaanpassung mit breiterer Expertise zu beobachten, um die Probleme von vielen Seiten evaluieren zu können. Deshalb haben die Professoren der Studiengänge „Klimaschutz und Klimaanpassung“ und „Umweltschutz“ der TH-Bingen entschieden, das Problem der Ausbildung in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz mit anderen Experten aus unterschiedlichen Bereichen der Ökologie zu diskutieren und zu koordinieren.
Dafür haben die Professoren Oleg Panferov, Elke Hietel und Ute Rößner eine eigene Session auf der Ecosummit 2016 abgehalten. Es konnten namhafte Wissenschaftler und Professoren für Fachvorträge gewonnen werden. Das Auftaktreferat wurde von Prof. Martin Welp von der Eberswalde University of Sustainable Development zum Thema: „Global Change Management – Transdisciplinary education for sustainable development“ gehalten. Daran schloss sich das Referat von Prof. Windhorst von der Kiel University zum Thema „Teaching for empowerment at the Kiel school of sutainability“ an. Beide Vorträge zeigten die Qualitäten ihrer Masterprogramme mit den jeweiligen Fachausrichtungen.
Das Referat von Prof. Alexej Kouraev von der Toulouse University galt dem Thema “Impact of climate change on ice cover and hydrology – use of data for education”. Er schilderte sehr anschaulich die Gewinnung von Felddaten unter schwierigsten Bedingungen und wie man diese für die Lehre nutzen kann. Außerdem betonte er die Wichtigkeit der Kommunikationskompetenzen im Ausbildungsprogramm, um die gewonnenen lebenswichtigen Informationen rechtzeitig und effizient an die Entscheidungsträger zu übermitteln. Ein sozio-ökologisches Thema behandelte das Referat von Dr. Nils Ferrand vom IRSTEA Frankreich: „The challenge of second-order team training“. Im abschließenden Referat stellte Frau Prof. Ute Rößner von der TH Bingen das Thema „Climate change and environmental protection education – splitting responsibilities“ vor. Dabei ging sie besonders auf die Darstellung der „Binger Lösung“ des Ausbildungsproblems ein – die Entwicklung des Bachelorstudienganges Klimaschutz und Klimaanpassung als Konsequenz in der Umweltschutzausbildung.
Im Anschluss an die Fachvorträge entwickelte sich eine rege Diskussion, die von Prof. Oleg Panferov moderiert wurde. Dabei ging es immer wieder um die Frage, inwieweit sich bestehende Ausbildungsprogramme ergänzen und wo es Schnittstellen bzw. Überschneidungen gibt. In der Landschaft der Studiengänge zum Umwelt- und Klimaschutz ist zu beobachten, dass die universitären Programme meist als Masterstudiengänge ausgelegt sind und sich an Studierende aus  verschiedenen naturwissenschaftlich-technischen Fachdisziplinen richten. Anders ist die Entwicklung an der TH Bingen mit den beiden Bachelorstudiengängen „Umweltschutz“ und „Klimaschutz und Klimaanpassung“, die eine eher generalistische Ausbildung vermitteln und anschließend eine Vertiefung in einzelne Fachbereiche im Rahmen eines Masters ermöglichen. Die Diskussion mit den einzelnen Hochschulen über Ausbildungsschwerpunkte und  möglichen Studierendenaustausch im Rahmen von Projekten oder Kursen soll auf jeden Fall fortgesetzt werden.



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